Traumfabrik

Traumfabrik Schauburg

​„KI“ – Künstliche oder menschliche „Intelligenz“? Zukunftsmodelle im Film

„Digitalisierung“ wird uns als „alternativlose“ Zukunft verkauft. Zweifellos können wir alle einige ihrer Vorteile genießen: schnellere Information und Kommunikation, Vernetzung von Gedanken und Menschen etwa, für manche sogar wirtschaftlicher Gewinn. Doch bringt die digitalisierte Welt mittlerweile nicht auch schwerwiegende Nachteile mit sich, z.B. schnellere Desinformation, über „soziale“ Netzwerke massenhaft verbreitete Lügen, irreführende Werbung, politische Propaganda? Oder neue digitale Barrieren, mehr Kontrollen, weniger persönliche Freiheit, weniger Privatsphäre, mehr unausweichliche Bürokratie, mehr soziales Ungleichgewicht? Haben wir unsere Freiheit nicht schon an Technologie und Konzerne verloren? Entziehen sich Wissenschaft, Politik, Ökonomie der Kontrolle durch die Gesellschaft? Kann wissenschaftlich-technologischer „Fortschritt“ nicht auch in immer größere, irreparable Abhängigkeiten und Katastrophen ohne Ausweg führen?

„KI“ – sog. „künstliche Intelligenz“ sorgt wöchentlich für Schlagzeilen mit großen Verheißungen, und zugleich großen Risiken und Gefahren, die sich schon jetzt abzeichnen (z.B. unregulierte, ungeplante Übergriffe von KI-Agenten, kriminelles Verhalten von KI-Nutzern). Was heißt künstliche „Intelligenz“, wie wird sie überhaupt definiert? Und wo bleiben Mensch und Menschlichkeit? Inwieweit weckt das Schlagwort falsche Erwartungen? Was daran ist Wissenschaft, was Marketing, was Scharlatanerie? Welche Hoffnungen werden zurecht geweckt, welche Befürchtungen, welche sozialen, ökonomischen, ökologischen, politischen Nebenfolgen und Risiken für Gesellschaft und Demokratie werden unterschätzt?

Zwischen realistischen Zukunftsvisionen und sozialen Dystopien – am Beispiel von 12 Filmen, ihren Gedankenexperimenten und Simulationsmodellen, sollen Wissenschaftsträume und Zukunftsperspektiven von „KI“ (einschließlich ihrer Vorläufer, Rechenmaschinen oder menschlicher Roboter) betrachtet werden. Zur Filmauswahl gehören analoge und digitale Filme, Klassiker wie „Metropolis“ (1927) oder Kubricks „2001“, postmoderne und neuere Produktionen, Filme verschiedener Genres, von der romantischen Komödie über Science Fiction und Fantasy bis zu Dokumentarfilmen mit namhaften Forschern und Kritikern. Eine unterhaltsame Filmreihe zum Mitdenken - und zu einem brennend aktuellen Thema.

Zum Konzept unserer Traumfabrik gehören Kinoerlebnis und Dialog: Vor jedem Film gibt es eine Mikroeinführung, um Ideen und Wahrnehmung anzuregen; das Kinogespräch nach dem Film bietet Raum zum zwanglosen Austausch und für Fragen. Im Begleitprogramm bieten wir und unsere Partner Filmseminare an: im Studium Generale des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Weitere Informationen zu Filmen und Seminaren siehe unten.

Wir freuen uns auf interessante Begegnungen, Gespräche und neue Einsichten in der SCHAUBURG!

Das Programm als PDF (ca. 1MB)

Seminar am FORUM, ab 27. Oktober 2026 KI-Filme: „Künstliche Intelligenz“ – Technik-Kommerz zwischen Science und Fiction
Filmseminar in der Schauburg, ab 22. Januar 2027 Digital – oder menschlich? „Künstliche Intelligenz“ in 6 Filmen, kurz und knapp

 

Programm der Filmreihe

Sonntag, 1. November 2026, 15 Uhr

Fritz Lang: Metropolis

(D 1927) Neue vollständig restaurierte Fassung, 148 Min.

DYSTOPISCHE SCIENCE FICTION / KLASSISCHER ROBOTERFILM

Regie: Fritz Lang; Buch: Thea von Harbou; Kamera: Karl Freund; SFX Eugen Schüfftan; Musik: Gottfried Huppertz. Mit Brigitte Helm, Alfred Abel, Rudolf Klein-Rogge, Gustav Fröhlich u.a.

 

Künstliche „Intelligenz“, Unternehmer und Wissenschaftler gegen Mensch und Gesellschaft

 

Die glänzende Zukunftsstadt Metropolis wird von Fredersen, einem skrupellosen Unternehmer-Diktator kontrolliert. Sein Helfershelfer und Rivale, der Wissenschaftler Rotwang, konstruiert eine weibliche Roboter*in mit Sex Appeal, um die Arbeiter in der Unterstadt zur Revolution zu provozieren. - Monumentaler Prototyp der SciFi- und KI-Filme. 

Sonntag, 8. November 2026, 15 Uhr

Walter Lang: Desk Set

(USA 1957) OmU, 103 Min.

ROMANTISCHE COMPUTER-KOMÖDIE

Regie: Walter Lang; Buch Phoebe & Henry Ephron. Mit Katherine Hepburn, Spencer Tracy u.a.

 

Frau gegen Computer im Büro – ist weibliche Intelligenz ersetzbar?

 

Ein Film aus der Zeit, als Computer noch die Größe von Büroetagen hatten: Hier kämpft eine smarte Frau mit sozialer Kompetenz (Katherine Hepburn) gegen die Digitalisierung im Büro und ihren Erfinder (Spencer Tracy): Emotionale Intelligenz gegen „Rationalisierung“. 

Sonntag, 15. November 2026, 15 Uhr

Steven Spielberg: A.I. Artificial Intelligence

(USA 2001) OmU, 145 Min.

SCIENCE FICTION SURVIVAL DRAMA

Regie, Buch: Steven Spielberg; Vorlage: Brian Aldiss; Konzept: Stanley Kubrick; Musik: John Williams. Mit Haley Joel Osment, Jude Law, Frances O’Connor, Brendan Gleeson, William Hurt u.a.

 

KI, Liebe und menschliche Intelligenz in der Evolution: Technologie und Survival

 

Während Hassprediger im Namen der Menschheit Jagd auf Roboter machen, konstruiert ein ehrgeiziger Forscher einen Roboter, der zu Liebe fähig ist. Dystopische Zukunftsvision über emotional intelligente KI, Liebe, Hass und die Tendenz der Menschheit zur Selbstzerstörung. - 
​2 OSCAR-Nominierungen

Sonntag, 22. November 2026, 15 Uhr

Jens Schanze: Plug & Pray  

(D 2010) dt; 91 Min.
TECHNIKKRITISCHE DOKUMENTATION 
Regie, Buch: Jens Schanze. Mit Joseph Weizenbaum, Raymond Kurzweil, Hiroshi Ishiguro u.a.

 

KI, Informatik und Technologie zwischen Wissenschaft und Scharlatanerie

 

KI-Pionier Joseph Weizenbaum konstruierte einst ELIZA, ein (vermeintlich) intelligentes Computerprogramm – und warnt vor Unvollkommenheit und unkontrollierbaren Folgen der Computertechnologie. Raymond Kurzweil hingegen setzt ganz auf „Transhumanismus“:  Lebensformen jenseits des real existierenden Menschen. 

Sonntag, 29. November 2026, 15 Uhr

François Truffaut: Fahrenheit 451 

(GB 1966) engl. OmU, 112 Min.
SCIFI KLASSIKER & TOTALITÄRE DYSTOPIE
Regie, Buch: François Truffaut; Vorlage: Ray Bradbury; Musik: Bernard Herrmann. Mit Julie Christie, Oskar Werner, Cyril Cusack u.a.

 

Technokratie und Überwachung gegen Menschlichkeit, Kultur und Bildung

 

Eine Warnung vor einem totalitären Überwachungsstaat nach Art von Orwells „Big Brother“, zugleich eine Feier menschlicher Intelligenz und Empathie sowie altbewährter Kulturtechniken für freie Menschen: Leselust gegen Bücherverbrennungen und absurde Kontrolle.

Sonntag, 6. Dezember 2026, 15 Uhr

Robert Wise: Star Trek. The Motion Picture 

(USA 1979) OmU, 132 Min.
AUFTAKT DER FILMREIHE ZUR SCIFI-KULTSERIE
Regie: Robert Wise; SFX: Douglas Trumbull; Musik: Jerry Goldsmith. Mit William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, George Takei, Walter Koenig, Nichelle Nichols u.a.

 

Letzte Utopie: KI-Technologie als fehlbare Wunscherfüllungsmaschine mit Spätfolgen

 

Während es auf dem Neubau des legendären Raumschiffs „Enterprise“ zu tödlichen Technikpannen kommt, steht die Menschheit vor einer tödlichen (und, wie sich herausstellt, vor einer letztlich selbstgeschaffenen) Bedrohung. Captain Kirk, Spock, Scotty und das multikulturelle Team der Starfleet müssen die Erde retten.

Sonntag, 13. Dezember 2026, 15 Uhr

Steven Lisberger: TRON 

(USA 1982) OmU, 96 Min.
REALFILM & DIGITALER ANIMATIONSKLASSIKER
Regie, Buch: Steven Lisberger; Musik: Wendy Carlos; Design: Moebius / Jean Giraud. Mit Jeff Bridges, Bruce Boxleitner, David Warner, Cindy Morgan u.a.

 

Klassiker aus den Anfängen der Digitalisierung: Eigenleben der Computer und Kontrolle

 

Von der Gamer-Arkade in den Mikrokosmos eines Elektronengehirns: Eine visionäre Warnung vor totalitärer Computer-Kontrolle – und zugleich ein Meilenstein des digitalen Kinos aus der Zeit der ersten Computerspiele, der frühen Grafikoberflächen, angereichert durch futuristisches Design - u.a. von Moebius (Zechner des Kultcomics „Der Incal“).

Sonntag, 20. Dezember 2026, 15 Uhr

Werner Herzog: Lo and Behold – Wovon träumt das Internet 

(USA 2016) OmU, 98 Min.
TECHNIKKRITISCHER DOKUMENTARFILM 
Regie, Buch: Werner Herzog. Mit Werner Herzog, Elon Musk u.a.

 

Der Filmautor des Neuen Deutschen Films als Technikphilosoph – hintersinnige Dokumentation 

 

Werner Herzog, Pionier und Klassiker des Neuen Deutschen Films der 60er und 70er Jahre, heute in den USA einer der angesehensten Filmautoren, stellt kritische Fragen zu technischem Fortschrift und Zukunft des menschlichen Denkens.

 

 

 

Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und ein gutes neues Jahr 2027!

Sonntag, 17. Januar 2027, 15 Uhr

Stanley Kubrick: 2001 – A Space Odyssey 

(USA/GB 1968) OmU, 70mm-Breitwandfassung, 139 Min.
SCIENCE FICTION & EVOLUTION
Regie, Buch, SFX: Stanley Kubrick; Vorlage: Arthur C. Clarke; VFX Douglas Trumbull. Mit Keir Dullea, Gary Lockwood u.a.

 

Intelligenztest und Technikodyssee: Mensch gegen Maschine und Wissenschaftsbürokratie 

 

Wohin führen technischer Fortschritt und menschliche Evolution? Menschliche, künstliche und außerirdische Intelligenz im Wettstreit. Mit dem Supercomputer HAL hat Kubrick den Prototyp von KI im Kinofilm geschaffen – und zugleich eine Warnung vor Wissenschaftsbürokratie und Risiken der „Smart City“. Kubrick konsultierte zahlreiche namhafte Wissenschaftler, u.a. KI-Pionier Marvin Minsky (MIT).

Freitag, 22. Januar 2027, 17:30 Uhr

Digital – oder menschlich? „Künstliche Intelligenz“ in 6 Filmen, kurz & knapp

… unter dem filmanalytischen Mikroskop:
6 Filme an 6 Terminen, Beginn 22.01.2027, jeweils Fr 17:30-19 Uhr; 
​Information / Anmeldung ab 15.10.2026, 12 Uhr: https://s.kit.edu/schauburg-filmseminar 
​Siehe Begleitprogramm. ACHTUNG! Nur begrenzte Plätze

Sonntag, 24. Januar 2027, 15 Uhr

Alex Garland: Ex Machina 

(GB/USA 2014) OmU, 108 Min.
SCIFi THRILLER
Regie, Buch: Alex Garland. Mit Domhnall Gleeson, Alicia Vikander, Oscar Isaac u.a.

 

KI im Turing Test: wer ist intelligenter – Unternehmer, Wissenschaftler oder Maschine?

 

Informatiker im Zwiespalt zwischen superreichem Auftraggeber und schöner Maschine. Das erfolgreiche, unterhaltsame und spannungsvolle Science-Fiction-Drama wirft nebenbei auch philosophische und ethische Fragen über KI auf und die Beherrschbarkeit einer neuen IT-Technologie. 

Sonntag, 31. Januar 2027, 15 Uhr

H. Block, M. Riesewieck: Eternal You – Vom Ende der Endlichkeit 

(D/USA 2024) OmU, 87 Min.
DOKUMENTARFILM 
Regie, Buch: Hans Block, Moritz Riesewieck. Mit Sara M. Watson, Sherry Turkle, Kim Jong-woo u.a.

 

Verspricht KI ewiges Leben? Trauer als Geschäft und Virtual Reality Show

 

Smarte Startup-Jungunternehmer versuchen ihre KI-Kreationen als Sterbehilfe zu verkaufen – und wecken zugleich Hoffnungen auf ewiges Leben. 

Sonntag, 7. Februar 2027, 15 Uhr

Rintaro: Robotic Angel / Metropolis 

(Japan 2001) OmU, 113 Min.
CYBERPUNK ANIME
Regie: Rintaro; Buch: Katsuhiro Otomo; Vorlage: Osamu Tezuka, Metropolis 

 

Animations-Verfilmung des Manga-Klassikers „Metropolis“

 

Osamu Tezuka, der „japanische Disney“ und Pionier des modernen Manga, zeichnete, inspiriert von Fritz Langs „Metropolis“, schon vor der Erfolgsserie „Astro Boy“ diese Geschichte um einen Super-Roboter, den skrupellose Gangster missbrauchen wollen. Katsuhiro Otomo („Akira“) schrieb das Drehbuch zu dieser Cyberpunk-Variante des Comic-Klassikers.

Änderungen sind nicht beabsichtigt, aber vorbehalten. Dauer der Filme in Min. kann abweichen.

OmU = Original mit dt. Untertiteln; OV = engl. Originalfassung; dt = deutsche Fassung; 35mm / 70mm = orig. Filmkopie im analogen 35mm-Format bzw. 70mm Super-Breitwand-Format.
Bei der Filmreihe TRAUMFABRIK bevorzugen wir analoge (35 bzw. 70mm) Fassungen sowie OmU, auch um sinnentstellende Übersetzungsfehler in dt. Synchronfassungen zu vermeiden.

Zeit:             Sonntags 15 Uhr (wenn nicht anders angegeben)
Ort:              Filmtheater SCHAUBURG Karlsruhe, Marienstr.16
Eintritt:        € 11,50 / Ermäßigt € 10 / Seminarteilnehmende € 8 (70mm Projektion mit Aufpreis)

Alle Filme mit Mikroeinführung von Wolfgang Petroll und Kinogespräch nach dem Film.

TRAUMFABRIK – die Filmreihe für Filmfans, Entdecker und solche, die es werden wollen. 
Kuratiert von Wolfgang Petroll, Herbert Born und Saskia Fleischhauer
Eine Zusammenarbeit von Filmtheater SCHAUBURG Karlsruhe, mit Studium Generale. Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM) des KIT
Mit freundlicher Unterstützung der Georg-Fricker-Stiftung und von EUROPA CINEMAS Creative Europe MEDIA