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Montag, 20. April 2026
14:00 - 15:30
Ringvorlesung Wissenschaft in der Gesellschaft: Eine Einführung
Vortrag
Geb. 30.41 / Chemie-Hörsaal Nr. 2 / Criegée-Hörsaal
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
Prof. Dr. Senja Post, Dr. Christine Mielke, ITZ / FORUM, KIT
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft zueinander? In der Ringvorlesung soll ein Semester lang besonders im Fokus sein, wie wissenschaftliche Erkenntnis entsteht, wie sie gesellschaftlich wirkt, genutzt wird (oder gerade nicht) und wie wissenschaftliche Expertise gesellschaftlich bewertet wird.
In der Auftaktveranstaltung werden diese Zusammenhänge in nuce vorgestellt, aber auch die Frage gestellt: Gibt es denn gesellschaftliche Bereiche, die nichts mit Wissenschaft zu tun haben? Die Wissenssoziologie und besonders die Systemtheorie haben darauf fruchtbare Antworten, die besonders im interdisziplinären Spektrum dieser Ringvorlesung Anwendung finden können. Neben viel einführender Interaktion sollen unter anderem einige der Godfathers der deutschen Gelehrsamkeit wie J.W. von Goethe und Niklas Luhmann zu Wort kommen.
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
Foto: jbuinac / stock.adobe.com
In der Auftaktveranstaltung werden diese Zusammenhänge in nuce vorgestellt, aber auch die Frage gestellt: Gibt es denn gesellschaftliche Bereiche, die nichts mit Wissenschaft zu tun haben? Die Wissenssoziologie und besonders die Systemtheorie haben darauf fruchtbare Antworten, die besonders im interdisziplinären Spektrum dieser Ringvorlesung Anwendung finden können. Neben viel einführender Interaktion sollen unter anderem einige der Godfathers der deutschen Gelehrsamkeit wie J.W. von Goethe und Niklas Luhmann zu Wort kommen.
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
Foto: jbuinac / stock.adobe.com
Donnerstag, 23. April 2026
18:00 - 19:30
Colloquium Fundamentale: Kann man Moralisierung messen? KI-gestützte Analysen öffentlicher Debatten
Vortrag
Atrium im InformatiKOM, Geb. 50.19, KIT Campus Süd, Adenauerring 12
Dr. Maria Becker, Germanistisches Seminar, Universität Heidelberg
An gegenwärtigen öffentlichen Auseinandersetzungen wird immer wieder bemängelt, sie seien moralisiert. Kritisiert wird dabei, dass Diskussionen häufig weniger von der Suche nach differenzierten Argumenten geprägt seien als von dem Wunsch, sich moralisch korrekt zu positionieren. In Verruf sind Moralisierungen auch deshalb, weil sie als Mittel eingesetzt werden können, um andere Standpunkte zu diskreditieren und den offenen Austausch von Argumenten zu erschweren.
Zugleich sind Moralisierungen ein wichtiger Motor gesellschaftlichen Fortschritts. Ohne die Anprangerung von Ungerechtigkeit, Diskriminierung oder Machtmissbrauch wären zentrale Fortschritte – etwa im Kampf um das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Rassentrennung in den USA oder die Sensibilisierung für Machtmissbrauch in Abhängigkeitsverhältnissen – kaum denkbar.
Das Colloquium Fundamentale widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
Abstract
Moralisierungen prägen öffentliche Debatten zunehmend, von Klimaschutz über Migration bis hin zu Gesundheitspolitik. Doch lässt sich dieses Phänomen überhaupt messen – und wenn ja, wie? Der Vortrag zeigt, wie Methoden der Künstlichen Intelligenz und der automatischen Sprachverarbeitung dabei helfen können, moralisch aufgeladene Sprache in großen Textmengen sichtbar zu machen. Anhand von Beispielen aus sozialen Medien und politischen Diskursen wird erläutert, wie sprachliche Muster, Werturteile und emotionale Zuspitzungen automatisch erkannt und analysiert werden können. Dabei wird auch diskutiert, welche Grenzen solche Verfahren haben und wie sie verantwortungsvoll eingesetzt werden können. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, wie sich gesellschaftliche Debatten verändern – und wie wir diese Veränderungen wissenschaftlich erfassen können.
Foto: © FORUM
Zugleich sind Moralisierungen ein wichtiger Motor gesellschaftlichen Fortschritts. Ohne die Anprangerung von Ungerechtigkeit, Diskriminierung oder Machtmissbrauch wären zentrale Fortschritte – etwa im Kampf um das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Rassentrennung in den USA oder die Sensibilisierung für Machtmissbrauch in Abhängigkeitsverhältnissen – kaum denkbar.
Das Colloquium Fundamentale widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
Abstract
Moralisierungen prägen öffentliche Debatten zunehmend, von Klimaschutz über Migration bis hin zu Gesundheitspolitik. Doch lässt sich dieses Phänomen überhaupt messen – und wenn ja, wie? Der Vortrag zeigt, wie Methoden der Künstlichen Intelligenz und der automatischen Sprachverarbeitung dabei helfen können, moralisch aufgeladene Sprache in großen Textmengen sichtbar zu machen. Anhand von Beispielen aus sozialen Medien und politischen Diskursen wird erläutert, wie sprachliche Muster, Werturteile und emotionale Zuspitzungen automatisch erkannt und analysiert werden können. Dabei wird auch diskutiert, welche Grenzen solche Verfahren haben und wie sie verantwortungsvoll eingesetzt werden können. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, wie sich gesellschaftliche Debatten verändern – und wie wir diese Veränderungen wissenschaftlich erfassen können.
Foto: © FORUM
Montag, 27. April 2026
14:00 - 15:30
Ringvorlesung Wissenschaft in der Gesellschaft: Forschungsethik der Künstlichen Intelligenz: Zwischen Objekt und Werkzeug
Vortrag
Geb. 30.41 / Chemie-Hörsaal Nr. 2 / Criegée-Hörsaal
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
PD Dr. Alexander Bagattini, KIT, Academy for Responsible Research, Teaching, and Innovation (ARRTI)
Die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) stellt die Forschung vor tiefgreifende ethische Herausforderungen – sowohl dort, wo KI selbst Gegenstand der Forschung ist, als auch dort, wo sie als Werkzeug in wissenschaftlichen Prozessen eingesetzt wird. Der Vortrag beleuchtet diese beiden Dimensionen der Forschungsethik im Kontext von KI.
Im ersten Teil wird diskutiert, welche ethischen Fragen die Erforschung und Entwicklung von KI aufwirft. Dazu zählen etwa die Verantwortung für mögliche Fehlfunktionen, gesellschaftliche Auswirkungen von Automatisierung, Verzerrungen durch Trainingsdaten sowie der Umgang mit Autonomie und Kontrolle bei lernenden Systemen. Welche Normen und Prinzipien sollten die Forschung an Systemen prägen, deren Verhalten sich nur begrenzt vorhersagen lässt? Im zweiten Teil wird erörtert, wie sich die Rolle der Forschung verändert, wenn KI-gestützte Werkzeuge. etwa für Datenanalyse, Texterstellung oder Hypothesengenerierung, selbst Teil des wissenschaftlichen Prozesses werden. Hier stellen sich Fragen nach Transparenz, Reproduzierbarkeit, Autor*innenschaft, Bias und epistemischer Integrität. Kann eine Forschung, die sich KI als Assistenz bedient, noch als menschlich kontrolliert gelten – und wo verlaufen dabei die ethischen Grenzen?
Im Vortrag soll diese Doppelfunktion von KI als Forschungsgegenstand und -instrument kritisch diskutiert und anhand einschlägiger Fallbeispiele verdeutlicht werden.
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
Foto: jbuinac / stock.adobe.com
Im ersten Teil wird diskutiert, welche ethischen Fragen die Erforschung und Entwicklung von KI aufwirft. Dazu zählen etwa die Verantwortung für mögliche Fehlfunktionen, gesellschaftliche Auswirkungen von Automatisierung, Verzerrungen durch Trainingsdaten sowie der Umgang mit Autonomie und Kontrolle bei lernenden Systemen. Welche Normen und Prinzipien sollten die Forschung an Systemen prägen, deren Verhalten sich nur begrenzt vorhersagen lässt? Im zweiten Teil wird erörtert, wie sich die Rolle der Forschung verändert, wenn KI-gestützte Werkzeuge. etwa für Datenanalyse, Texterstellung oder Hypothesengenerierung, selbst Teil des wissenschaftlichen Prozesses werden. Hier stellen sich Fragen nach Transparenz, Reproduzierbarkeit, Autor*innenschaft, Bias und epistemischer Integrität. Kann eine Forschung, die sich KI als Assistenz bedient, noch als menschlich kontrolliert gelten – und wo verlaufen dabei die ethischen Grenzen?
Im Vortrag soll diese Doppelfunktion von KI als Forschungsgegenstand und -instrument kritisch diskutiert und anhand einschlägiger Fallbeispiele verdeutlicht werden.
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
Foto: jbuinac / stock.adobe.com
Montag, 04. Mai 2026
14:00 - 15:30
Ringvorlesung Wissenschaft in der Gesellschaft: Beweise, Argumente, Einsichten: Worum geht es eigentlich in den Wissenschaften? Und was bedeutet das für deren Rolle in der Gesellschaft?
Vortrag
Geb. 30.41 / Chemie-Hörsaal Nr. 2 / Criegée-Hörsaal
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
Dr. Tim Ludwig, KIT, Department für Philosophie
Ausgehend von der Frage danach, was Wissenschaft ist, diskutieren wir die Rolle, die Wahrheit in den empirischen Wissenschaften spielen kann. Wahr ist eine Aussage dann, wenn sie mit dem Teil der Welt übereinstimmt, worüber sie ausgesagt wird. Es geht bei Wahrheit also, wie häufig in der Philosophie, um den Zusammenhang zwischen unserer Sprache und der physischen Welt. Dieser Zusammenhang jedoch ist schwer zu greifen; weder sprachlich noch physisch kann man ihn gänzlich erfassen.
Als Konsequenz, so werde ich versuchen, Sie zu überzeugen, kann man Aussagen über die Welt weder lückenlos beweisen noch durch Argumente über jeden Zweifel erheben. Wahrheit, so wie wir sie zu greifen suchen, zerrinnt uns zwischen den Fingern. Was uns bleibt, sind Einsichten — Einsichten, wie wir angemessen über die Welt sprechen können. Zum Abschluss diskutieren wir gemeinsam, ob und inwiefern eine empirische Wissenschaft, die sich um Einsichten statt um Wahrheiten kümmert, ihrer Rolle in der Gesellschaft gerecht werden kann.
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
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Donnerstag, 07. Mai 2026
18:00 - 19:30
Colloquium Fundamentale: Moral und Moralismus in öffentlichen Debatten: ein moralphilosophischer Blick
Vortrag
Atrium im InformatiKOM, Geb. 50.19, KIT Campus Süd, Adenauerring 12
Prof. Dr. Christian Seidel, Department für Philosophie, Karlsruher Institut für Technologie
An gegenwärtigen öffentlichen Auseinandersetzungen wird immer wieder bemängelt, sie seien moralisiert. Kritisiert wird dabei, dass Diskussionen häufig weniger von der Suche nach differenzierten Argumenten geprägt seien als von dem Wunsch, sich moralisch korrekt zu positionieren. In Verruf sind Moralisierungen auch deshalb, weil sie als Mittel eingesetzt werden können, um andere Standpunkte zu diskreditieren und den offenen Austausch von Argumenten zu erschweren.
Zugleich sind Moralisierungen ein wichtiger Motor gesellschaftlichen Fortschritts. Ohne die Anprangerung von Ungerechtigkeit, Diskriminierung oder Machtmissbrauch wären zentrale Fortschritte – etwa im Kampf um das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Rassentrennung in den USA oder die Sensibilisierung für Machtmissbrauch in Abhängigkeitsverhältnissen – kaum denkbar.
Das Colloquium Fundamentale widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
Abstract
Einer verbreiteten Zeitdiagnose zufolge seien gesellschaftliche Diskussionen -- z.B. darüber, was man isst ("bio-vegan"), reist ("flugschamlos"), spricht ("genderneutral"), sich kleidet ("fair"), die Wohnung heizt ("Wärmepumpe") oder Geld investiert ("ethisch") -- in zunehmendem Maße moralisch aufgeladen, über Gebühr moralinsauer, eben durchweg moralistisch; und das sei schlecht, verfehlt, ein Missstand. Doch stimmt das? Um das herauszufinden, muss man zwei Fragen stellen, die in die Moralphilosophie fallen: (1) Was genau ist Moralismus überhaupt und (2) was ist eigentlich falsch (und richtig) daran? In diesem Vortrag möchte ich anhand dieser Fragen die Rolle der Moral und das Phänomen des Moralismus in öffentlichen Auseinandersetzungen aus der Perspektive der Moralphilosophie beleuchten. Damit lassen sich dann einige Vereinfachungen und Missverständnisse identifizieren, die der verbreiteten Zeitdiagnose manchmal zugrunde liegen.
Foto: © FORUM
Zugleich sind Moralisierungen ein wichtiger Motor gesellschaftlichen Fortschritts. Ohne die Anprangerung von Ungerechtigkeit, Diskriminierung oder Machtmissbrauch wären zentrale Fortschritte – etwa im Kampf um das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Rassentrennung in den USA oder die Sensibilisierung für Machtmissbrauch in Abhängigkeitsverhältnissen – kaum denkbar.
Das Colloquium Fundamentale widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
Abstract
Einer verbreiteten Zeitdiagnose zufolge seien gesellschaftliche Diskussionen -- z.B. darüber, was man isst ("bio-vegan"), reist ("flugschamlos"), spricht ("genderneutral"), sich kleidet ("fair"), die Wohnung heizt ("Wärmepumpe") oder Geld investiert ("ethisch") -- in zunehmendem Maße moralisch aufgeladen, über Gebühr moralinsauer, eben durchweg moralistisch; und das sei schlecht, verfehlt, ein Missstand. Doch stimmt das? Um das herauszufinden, muss man zwei Fragen stellen, die in die Moralphilosophie fallen: (1) Was genau ist Moralismus überhaupt und (2) was ist eigentlich falsch (und richtig) daran? In diesem Vortrag möchte ich anhand dieser Fragen die Rolle der Moral und das Phänomen des Moralismus in öffentlichen Auseinandersetzungen aus der Perspektive der Moralphilosophie beleuchten. Damit lassen sich dann einige Vereinfachungen und Missverständnisse identifizieren, die der verbreiteten Zeitdiagnose manchmal zugrunde liegen.
Foto: © FORUM
Montag, 11. Mai 2026
14:00 - 15:30
Ringvorlesung Wissenschaft in der Gesellschaft: Technikgeschichte. Gesellschaftliche Dimensionen eines „kleinen Faches“
Vortrag
Geb. 30.41 / Chemie-Hörsaal Nr. 2 / Criegée-Hörsaal
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
KIT Campus Süd, Fritz-Haber-Weg 2-6 …
Prof. Dr. Marcus Popplow, KIT, Department für Geschichte
Technik ist nicht erst seit der Industrialisierung von entscheidender Bedeutung für die Menschheit. Dennoch widmen sich von den mehreren hundert Geschichtsprofessuren in Deutschland nur etwa ein Dutzend technikhistorischen Themen.
Der Vortrag stellt im ersten Teil typische Themen der technikhistorischen Forschung vor. Im zweiten Teil geht es darum, wie Ergebnisse der Forschung eigentlich in die Öffentlichkeit gelangen und welche Rolle historisches Wissen in gesellschaftlichen Debatten um Zukunftstechnologien spielt.
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
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Foto: jbuinac / stock.adobe.com
Der Vortrag stellt im ersten Teil typische Themen der technikhistorischen Forschung vor. Im zweiten Teil geht es darum, wie Ergebnisse der Forschung eigentlich in die Öffentlichkeit gelangen und welche Rolle historisches Wissen in gesellschaftlichen Debatten um Zukunftstechnologien spielt.
In welcher Beziehung stehen Wissenschaft und Gesellschaft? Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.
Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
Foto: jbuinac / stock.adobe.com
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