Frühlingsakademie 2026: Was ist nachhaltige Kreislaufwirtschaft?

Projektwoche zu Nachhaltigkeit in Wissenschaft, Studium, Beruf und Alltag
23. bis 26. März 2026

Die Frühlingsakademie Nachhaltigkeit am KIT beschäftigt sich vom 23. bis 26. März 2026 mit dem Thema Kreislaufwirtschaft.

Die Projektwoche wird ausgerichtet vom Studium Generale. Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM) in Kooperation mit dem interdisziplinären Sonderforschungsbereich (SFB) 1574 „Kreislauffabrik für das ewig innovative Produkt“ am KIT. Zusätzlich ist die Frühlingsakademie eine Jubiläumsveranstaltung zu 10 Jahren EVTZ Eucor. Bei einer öffentlichen Keynote, dem Forum Nachhaltigkeit mit Austausch in lockerer Messe-Atmosphäre, einer Vielzahl paralleler Workshops und Exkursionen sowie einer abschließenden Podiumsdiskussion haben Studierende die Möglichkeit, sich zu informieren und aktiv an aktuellen Fragestellungen zu beteiligen. 

Die Kreislaufwirtschaft verspricht, Ressourcen zu schonen: Dinge sollen länger halten, weniger Müll produzieren und mit weniger neuen Rohstoffen auskommen. Damit das klappt, müssen Produkte so gebaut sein, dass man sie gut reparieren kann, Teile austauschbar sind und sie lange benutzt werden können. Außerdem braucht es neue Wege, Dinge gemeinsam zu nutzen – zum Beispiel über Sharing‑Angebote oder Abos. Notwendig sind auch mehr Orte, an denen man Sachen zurückgeben, reparieren oder wieder fit machen lassen kann. 

In der Realität ist das aber gar nicht so leicht. Oft fehlen Anreize, die Abläufe sind kompliziert oder wir sind einfach an andere Routinen gewöhnt. Manchmal passiert sogar das Gegenteil vom Gewünschten: Wenn Carsharing sehr bequem ist, fahren manche plötzlich mehr Auto als vorher. 

Bei der Frühlingsakademie 2026 schauen wir uns an, wie beim Thema Kreislaufwirtschaft neue Technik, wirtschaftliche Ideen, politische Regeln und unser Alltag zusammenhängen – und wo es dabei hakt. Gemeinsam wollen wir herausfinden, welche aktuellen Lösungsansätze vielversprechend sind, woran sie scheitern und wo Zielkonflikte entstehen. Dabei interessiert uns besonders, wie Kreislaufwirtschaft alltagstauglich wird, ohne Menschen zu überfordern. 

Die Frühlingsakademie richtet sich an alle Studierenden, die sich für nachhaltige Entwicklung interessieren, und bietet die Gelegenheit, Bezüge zu Wissenschaft, Technik und Gesellschaft herzustellen sowie neue Perspektiven auf das eigene Fachgebiet zu gewinnen.  

Durch Teilnahme und Mitarbeit können 2 bis 4 LP erworben werden.  

Die Öffentlichkeit ist herzlich zu den öffentlichen Programmpunkte eingeladen. 

Eindrücke vom Ablauf und den Programmpunkten gibt es im Frühlingsakademie-Archiv. 

Mülltonne auf grünem Hintergrund starush/stock.adobe.com (Generiert mit KI)

Um die relevanten Rahmenbedingungen und Faktoren nachhaltiger Kreislaufwirtschaft greifbar zu machen, betrachtet die Frühlingsakademie das Thema aus drei wesentlichen Perspektiven. Sie helfen dabei, die komplexen Zusammenhänge systematisch zu erschließen und eröffnen Raum für interdisziplinäre Diskussionen über:

Technologie

 

Von Recyclingverfahren über modulare Produktgestaltung und Reparierbarkeit bis hin zu digitalen Systemen zur Nachverfolgung produktspezifischer Daten: Technologische Entwicklung spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Konzepten der Kreislaufwirtschaft. Wie können neue Technologien dazu beitragen, Produkte und Ressourcen länger im Umlauf zu halten?  Welche technischen Lösungen unterstützen Wiederverwendung, Reparatur und Recycling in der Praxis? Wo liegen die Grenzen technologischer Lösungen? Und welche negativen Effekte können durch technologischen Fortschritt für eine Kreislaufwirtschaft entstehen?

Ökonomie

 

Die Kreislaufwirtschaft erfordert ein Umdenken in bestehenden Wirtschafts- und Geschäftsmodellen. Anstelle reiner Absatzlogiken rücken beispielsweise Dienstleistungen wie Sharing- oder Abo-Modelle in den Fokus. Wie verändern sich Wertschöpfungsketten, wenn Rücknahme-, Reparatur- und Aufbereitungsstrukturen an Bedeutung gewinnen? Und wie lässt sich wirtschaftlicher Erfolg neu messen, wenn nicht mehr Stückzahlen, sondern Nutzungsdauer, Auslastung und Reparierbarkeit zentrale Kennzahlen sind?

Politik & Gesellschaft

 

Die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft ist auch eine politische und gesellschaftliche Herausforderung. Notwendige Lösungen scheitern häufig an mangelnden Anreizen, unzureichenden gesetzliche Rahmenbedingungen und bestehende Infrastrukturen oder an verfestigten Gewohnheiten. Welche Rolle spielen politische Entscheidungsträger*innen und zivilgesellschaftliche Initiativen bei der Überwindung dieser Hürden? Welche Barrieren entstehen durch Rebound-Effekte, bei denen Effizienzgewinne zu noch höherem Konsum führen? Wie wirken globale Ungleichheiten und Machtverhältnisse auf die Realisierbarkeit der Kreislaufwirtschaft und wer trägt die Verantwortung, wenn scheinbar zirkuläre Prozesse – etwa im Elektronikrecycling – auf Kosten sozialer und ökologischer Standards in Länder des Globalen Südens verlagert werden?

Programm

 
 
 
   
 
   
     
Keynote Speech FORUM/Lisa Bergmann
Keynote Speech

 

 
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Kleine grüne Abfalltonne mit Müll aus Plastikfolie drumherum, leuchtend grün. starush/stock.adobe.com (Generiert mit KI)
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